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Review · Unterwasser-Action

AquaNox

Die Meere, unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies ist die Heimat des Spiels Aquanox, welches heute bei uns auf dem Prüfstand steht. Ob die lang erwarteten Unterwasserwelten so faszinierend sind, wie wir alle hoffen,…

Titelbild zu AquaNox
Die Meere, unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies ist die Heimat des Spiels Aquanox, welches heute bei uns auf dem Prüfstand steht. Ob die lang erwarteten Unterwasserwelten so faszinierend sind, wie wir alle hoffen, soll dieses Review klären.

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Aquanox stammt aus der deutschen Spieleschmiede Massive Development, welche uns vor einigen Jahren bereits mit dem Spiel Schleichfahrt beglückte. Wie schon im Vorgänger, haben wir es auch dieses Mal mit Emerald Flint zu tun, der in einer fernen Zukunft in einer Unterwasserwelt als Söldner seine Brötchen verdient. Mittlerweile ist es nämlich so weit gekommen, daß der Meeresspiegel alle Länder überdeckt. Die Menschheit hat sich an den Grund des Meeres zurückgezogen und dort riesige Städte errichtet. Leider ereilt unseren Helden gleich ein schwerer Schicksalsschlag, den sein geliebtes Boot, die Succubus, wird im praktisch unter dem Hintern weg geklaut. Einen Seemann kann ja bekanntlich nichts erschüttern und so zieht unser Held mit einem kleinen geschenkten Seelenverkäufer hinaus in die phantastische Welt der Meere. Diese ist wirklich sensationell geraten, denn solche Grafikpracht hat man in 3D-Spielen bisher noch nicht erlebt. Sonnenstrahlen durchteilen das Wasser, kleine Wellen kräuseln sich hinter den Fahrzeugen und die Städte sehen unbeschreiblich schön aus. Damit aber der Trip unter Wasser nicht zu langweilig wird, kommt es bald zu den ersten Kämpfen. Auch diese sind wunderbar in Szene gesetzt.

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Wenn man in einer Schlacht mit mehreren Gegnern ist, um einen herum Explosionen das Dunkel erhellen und Torpedos einen Schweif hinter sich herziehen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Diese Pracht hat natürlich ihren Preis, denn alle Details bekommt man erst mit Highendgrafikkarten wie Geforce3 oder Radeon 8500 zu sehen. Aber auch mit schwächeren Karten entfaltet Aquanox eine noch nie dagewesene Grafikpracht. Alles wunderbar könnte man denken, doch auch in der Grafik gibt es einen Wermutstropfen. Zwischen den Missionen findet sich unser Held immer wieder in verschiedenen Häfen ein, um mit diversen Leuten zu reden oder das Boot aufzubauen und zu verbessern. Die hier dargestellten Szenen stehen leider im totalen Gegensatz zur restlichen Pracht. Gespräche laufen nur mit Comicbildchen ab, von den Stationen selbst sieht man nichts. Die Navigation erfolgt über diverse Menüs und sieht in jeder Metropole gleich aus. Im Prinzip sehen also alle Stationen gleich aus. Selbst Uraltspiele wie Privateer hatten da mehr Vielfalt. Positiv ist zu vermerken, daß alle Dialoge mit anderen Personen vorgetragen werden. Das ist auf Grund der Fülle der Texte auch bitter nötig. Die Stimmen wurden zumindest sehr passend ausgewählt und bieten dem Zuschauer einen guten Einblick in die Welt von Aquanox.
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Die Musik entfaltet ihre volle Qualität auch erst, wenn man sich wieder in den Meeren bewegt. Hier kann man wirklich nichts kritisieren, denn die Musik paßt sich immer der Situation an und unterstützt die Handlung auf wunderbare Art und Weise. Nicht in so ganz wunderbar ist hingegen die Steuerung gelungen. Um es auf den Punkt zu bringen: Hier wurde in einigen Bereichen geschlampt. So gibt es beispielsweise keine Pausenfunktion. Man ist also gezwungen, eine einmal angefangene Mission bis zum Ende durchzuspielen. Da diese recht lang sind, kann es schon Probleme geben, wenn mal das Telefon klingelt oder irgend jemand versucht mit einem zu kommunizieren. Nicht so schlimm wäre das, wenn man während der Einsätze abspeichern könnte, doch auch diese Möglichkeit ist nicht vorhanden. Ansonsten steuert sich Aquanox fast wie ein 3D Shooter.

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Gut gelöst wurde die Navigation unter Wasser. Steuerungscomputer Sally gibt dem Spieler regelmäßig Tips, wo er hinfahren soll. Auch auf dem Radar wird immer der aktuelle Punkt mit einem gelben Pfeil gekennzeichnet. Die beste Funktionalität zur U-Boot Steuerung bietet die Tastatur-Maus Kombination, doch kommt es auch hier zu Problemen. So stimmen einige Angaben des Handbuches nicht. Ein Druck auf die T-Taste soll beispielsweise den Motor stoppen. Leider zeigt dieser sich davon gänzlich unbeeindruckt. Erst ein Doppeldruck auf die Rückwärtstaste stoppt das Gerät. Dies rauszufinden bleibt allerdings Sache des Spielers. Auch funktionieren einige Joysticks absolut nicht mit dem Programm. Ein weiteres Steuerungsübel ist die fehlende Mausunterstützung in den Menüs. Hier muß alles über Tastatur gesteuert werden, was auf Dauer leicht nervig ist. Bei all diesen gravierenden Mängeln in der Steuerung fragt man sich, ob die Betatester da geschlafen haben. Bleibt zu hoffen, daß einige dieser Mängel bald mit Patches abgeschafft werden. Trotzdem sollte man sich nicht entmutigen lassen, denn diese Details nerven zwar, nehmen den Spiel aber nichts von seinem Reiz. Wer erst einmal im Cockpit durch die Meere pflügt wird verstehen warum. Doch wie gesagt, ruhig geht es in dieser Welt nicht zu. Der Schwierigkeitsgrad steigt relativ schnell an und fordert auch in der leichtesten Stufe bald den vollen Piloten. Glücklicherweise wird man meist von ein paar Kameraden begleitet, denen man zwar keine Anweisungen geben kann, die sich aber trotzdem recht schlau verhalten.
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Wem es trotzdem zu leicht ist, der kann auch während des laufenden Spiels den Schwierigkeitsgrad verändern. Insgesamt bietet Aquanox rund 30 Missionen, die allesamt recht gut gestaltet sind. Mal beschützt man einen Frachter, mal schleicht man sich in eine Fabrik und ab und zu darf man auch den Feind direkt angreifen. Eins haben jedoch alle Missionen gemeinsam: schnelle Unterwasseraction mit vielen vielen Schußwechseln. Ballern steht absolut im Vordergrund, macht aber durchgängig Spaß. Mit dazu tragen vor allem die Massenschlachten und die vielen Effekte bei. Nach erfolgreich bestandener Mission bekommt unser Held meist seine Credits, die hiesige Währung, gutgeschrieben und kann sein Boot weiter aufrüsten oder gleich ganz umtauschen. Der Spieler kann hier zwischen neun Modellen wählen und diese mit Waffen aus dem großen Arsenal bestücken. Anfangs kann man natürlich noch nicht alles kaufen, aber im Verlauf des Spiels erweitert sich das Angebot an Kanonen, Torpedos und Schiffen ständig.

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Aquanox bietet zusätzlich zum Einzelspielermodus auch einen Mulitplayermodus an. Zur Auswahl stehen Death- und Capture the Flag-Matches. Leider starten alle Teilnehmer mit demselben Schiffstyp. Einzig über aufsammelbare Powerups kann das eigene Boot aufgerüstet werden. Insgesamt stehen 8 Multiplayerarenen zur Verfügung, die genug Abwechslung bieten. Für Einzelspieler gibt es leider nicht die Möglichkeit gegen Bots anzutreten. Einen weiteren Pluspunkt holt sich Aquanox für das Handbuch. Hier werden alle Funktionen verständlich erklärt und die Waffen vorgestellt. Auf die bereits erwähnten Fehler soll nicht noch einmal eingegangen werden.

Fazit

Aquanox ist ein grafisches Feuerwerk. Jeder, der einen halbwegs modernen Rechner hat, kommt um dieses Spiel nicht herum. Schade ist, daß es in der Steuerung einige große Mankos gibt. Diese Mankos und die teilweise etwas verwirrende Story kosten Aquanox einen Sprung in die 90% Bereiche. Empfehlen kann man Aquanox trotzdem jedem, der auch nur ansatzweise Actionspiele mag. Bleibt zu hoffen, daß die Entwickler hier schleunigst per Patch einige Probleme beheben.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 1Ghz, 256 MB Ram, Geforce3 Karte, 870 MB Festplattenspeicher Voraussetzungen: Rechner mit 500Mhz, 64 MB Ram, 870MB Festplattenspeicher, 3D Karte