Wieder einmal steht uns das Weihnachtsfest ins Haus und wieder einmal buhlen gerade zu dieser Zeit viele Spiele um die Gunst der Käufer. Auch Aquanox 2 erscheint rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Ob der zweite Teil genauso beeindruckend wie der…
Wieder einmal steht uns das Weihnachtsfest ins Haus und wieder einmal buhlen gerade zu dieser Zeit viele Spiele um die Gunst der Käufer. Auch Aquanox 2 erscheint rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Ob der zweite Teil genauso beeindruckend wie der erste Teil ist, wird man in unserem Test erfahren.
Vor etwa einem Jahr testeten wir den ersten Teil des Unterwasserspiels. Damals konnte das Spiel durch seine Unterstützung der Geforce 3 Karten im grafischen Bereich viele Punkte sammeln. Die Story war zwar etwas wirr, aber die Unterwasserschlachten gefielen damals schon. Kritisiert wurde damals auch die Art und Weise, in der die Story vorangetrieben wurde. Im Gegensatz zur spektakulären Unterwassergrafik erschienen die Story nur durch Einblendung von Comicgesichtern und viel Text. Aquanox 2 schließt nicht nahtlos an die Handlung des ersten Teils an. Vielmehr spielt das ganze einige Jahre später. Emerald Flint, der Held des ersten Teils ist mittlerweile zur Legende herangewachsen. Wir verkörpern diesmal William Drake, einen recht jungen Burschen, dem auf der Suche nach Abenteuern erstmal der Kahn unterm Hintern geklaut wird. So schnell ist man dann auch in der Story gefangen. Anfangs kapiert unser Held gar nicht so richtig, um was es eigentlich geht, mit der Zeit wird die Story aber immer spannender und klarer. Auch die Missionen passen sich gut in die Story ein und unterstreichen die Handlung. Auch die Kameraden wurden gut in die Story eingebaut, so das man mit der Zeit ein echtes Verhältnis zu seinen Leuten entwickelt.
War der erste Teil von Aquanox noch ein grafischer Hingucker, ist die Unterstützung von Geforce 3 Technologien mittlerweile Standard geworden. Dies ist auch der Grund dafür, das Aquanox 2 einen nicht mehr so aus den Socken haut. Insgesamt wirkt die Grafik sehr düster, was zwar sicher realistischer ist, aber einiges an Stimmung stiehlt. Wie bereits erwähnt, ist die Grafik nicht mehr sensationell, sie ist aber trotz allem sehr gut. Wenn man Torpedos durch die Wasser jagt, zwischen Ruinen schwimmt und Gegner wegpustet, kommen Spieler schnell ins Schwärmen und die alte Unterwasserstimmung stellt sich wieder ein. Besser umgesetzt wurde die grafische Präsentation der Story zwischen den Missionen. Man kann nun in den Stationen oder auf seinem Boot in verschiedene Räume gehen und dort mit bestimmten Personen sprechen. Die Gesamtstimmung profitiert von dieser Art der Umsetzung. Auf diese Art und Weise wurde einer der größten Kritikpunkte des ersten Teils beseitigt. Für einen eventuellen Nachfolger würde man sich dann aber doch wünschen, das die Mimik der Gesprächspartner auch dargestellt wird. Wenn May Ling wieder mit uns flirtet oder Amitab seine Wutanfälle bekommt, möchte man einfach auch das Gesicht dazu sehen. Wenn wir schon beim emotionalen Teil sind, sollte auch erwähnt werden, das die akustische Umsetzung fabelhaft gelungen ist. Hier bekommt der Spieler genau das, was er sich bei der Grafik noch wünschen würde. Alle Dialoge werden sehr emotional gesprochen. Wie bereits im ersten Teil geht es in den Dialogen nicht gerade sanft zu. Da will sich May Ling nen Mann suchen, „der ihr endlich die Spinnenweben wegputzt“, für Amitab sind wir nur der „Quappenfurz“ usw. Ja, so ist wohl das Seemannsleben. Auch während der Einsätze wird das Spielerohr mit bombastischer Musik verwöhnt. Ob im Kampf oder auf Schleichfahrten, die Musik ist immer stimmig und sorgt dafür, das die Ohren verwöhnt werden.
Damit unser U-Boot nicht gleich im Trockendock landet, haben die Programmierer eine sehr gute Steuerung ins Spiel gesteckt. Der Spieler kann alle Tasten selber konfigurieren, zwischen einer Egoshooter und einer Simulationssteuerung wählen und so alle Funktionen seinen Wünschen anpassen. Bewährt hat sich eine Steuerung mit Maus und Tastatur, die denen von Egoshootern nicht unähnlich ist. Die Simulationssteuerung ist nur etwas für wahre Experten, läßt aber dafür wesentlich spektakulärere Manöver zu. Der Spieler sollte sich aber überlegen, ob er auf Nummer sicher gehen möchte, denn der Schwierigkeitsgrad der Missionen ist trotz des vierfachen Staffelung enorm. Selbst auf dem leichtesten Level werden Anfänger stark zu kämpfen haben. Der voreingestellte mittlere Level ist bereits für erfahrende Aquanoxspieler eine starke Herausforderung. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, daß der Spielstand nur zwischen den Missionen gespeichert werden kann. So werden also viele Spieler etliche Tode sterben, bis sie in den Genuß der Story kommen. Auch die langen Ladezeiten tragen da nicht gerade zu einer freudigen Stimmung sein. Besser wäre es sicher gewesen, ähnlich wie bei Operation Flashpoint ein bis zwei Savepunkte pro Mission zu erlauben. Vielleicht wird diese Funktion ja mittels Patch nachgereicht.
Damit die Motivation trotzdem lange erhalten bleibt, kann der Spieler im Laufe des Spiels zwischen mehreren Schiffen und Waffen wählen. Wie man sein Boot ausrüstet bleibt also Sache des Spielers. Dies ist auch einer der Punkte, die das Spiel besonders spannend machen, da man so mit der Zeit seine Lieblingskonfigurationen ermitteln kann und auch die Missionen so auf verschiedene Art und Weise angehen kann. Ein Wort gleich noch zu den Missionen an sich. Diese sind sehr abwechslungsreich gestaltet und stellen den Spieler immer vor neue Herausforderungen. Oft muß man Boote beschützen, darf ab und an aber auch selber auf Jagd gehen, ja sogar ein Wettrennen steht auf dem Spiel. In vielen Missionen gibt es neben dem Hauptziel noch Bonusziele, für die es besondere Belohnungen gibt. Oft erfährt man aber erst nach Erfüllung des Bonusziels, das es sich um eins gehandelt hat. Es gibt also weder in der Missionsbeschreibung noch im Briefing einen Hinweis auf diese Ziele. Dieser Umstand führt dazu, daß man einige Missionen freiwillig mehrmals spielt, um vielleicht noch das eine oder andere Gimmick zu erhalten.
Spieler des ersten Teils werden sich bei der Waffenauswahl sofort heimisch fühlen, denn ein Großteil der Ballermänner ist aus dem ersten Teil bekannt. Alle neuen Waffen und Funktionen werden im sehr gut gestalteten Handbuch erklärt. Ebenso erfährt der unerfahrene Aquarianer, was sich im ersten Teil so alles zugetragen hat. Insgesamt kann man also sagen, das dieses Weihnachten gerettet ist. Fans des ersten Teils dürfen sofort zugreifen, alle Neueinsteiger sollten aber auch mal einen Blick nach Aqua riskieren.
Fazit
Aquanox 2 macht dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Die alte Stimmung stellt sich fast augenblicklich wieder ein. Lobenswert ist die stimmige Story und die gut ausgearbeiteten Charakter. Auch die gesamte akustische Umsetzung ist genial. Wirklich nervig ist der hohe Schwierigkeitsgrad und die fehlende Savemöglichkeit in den Missionen. Trotzdem wird es mich immer wieder nach Aqua ziehen, denn das Unterwasserfeeling ist einfach gigantisch.