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Review · Rollenspiel

Arcanum

Eine Fackel glimmt in der Dämmerung, als ein Elf, ein Zwerg und ein Halboger in die Höhle eindrangen. Lange war es her, daß sie diesen Ort besucht hatten. Nur im Flüsterton wurde gesprochen, denn keiner wußte, welche Gefahren dort unten auf sie…

Titelbild zu Arcanum
Eine Fackel glimmt in der Dämmerung, als ein Elf, ein Zwerg und ein Halboger in die Höhle eindrangen. Lange war es her, daß sie diesen Ort besucht hatten. Nur im Flüsterton wurde gesprochen, denn keiner wußte, welche Gefahren dort unten auf sie lauerten. Plötzlich wurde die Nacht zum Tage als mehrere Orks auf unsere Helden losstürmen. Todesmutig stürzen sich der Zwerg und der Oger in die Schlacht. Nur der Elf bleibt stehen und wartet. Die Schlacht tobt und scheint verloren. Der Zwerg schreit um Hilfe. Doch der Elf lächelt nur, greift in die Tasche seines Mantels und zieht eine Pistole hervor. Wenige Minuten später ist der Kampf vorbei. Ungläubig schauen der Oger und der Zwerg zum Elf. „Hör mal, was soll das? Wo sind wir denn hier?“ „In Arcanum“ lautet die Antwort des Elfs.

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Was sich hier noch etwas eigenartig anhört, wird in Arcanum Wirklichkeit. Arcanum ist das erste Spiel der kleinen Spieleschmiede Troika-Games. Ganz unerfahren sind die Hersteller trotzdem nicht, denn die Gründer des Teams sind niemand anders als die ehemaligen Produzenten von Fallout. Ganz kann das Spiel auch seine Herkunft nicht verschweigen, denn wer die Fallout Serie kennt, wird sich in der Optik gleich zu Hause fühlen. Damit sind wir allerdings auch schon beim größten Manko von Arcanum, denn sonderlich viel hat sich seit der Fallout Serie nicht verändert. Immer noch schauen wir aus einer Isoperspektive auf unsere Helden, welche sich auf Knopfdruck in Bewegung setzen. So weit so gut, auch Baldurs Gate 2 kam mit einer ähnlichen Grafik daher. Leider wirken die Ansichten von Arcanum trotzdem noch sehr altertümlich. Eine starke Überarbeitung der Grafikengine hätte dem Spiel wirklich gut getan. Damit sind wir allerdings mit den Kritikpunkten auch schon fast am Ende, denn unter dem graubraunen Entchen steckt eins der herausforderndsten Rollenspiele der letzen Zeit. Aber worum geht nun eigentlich in dem Spiel? Wie gesagt ist Arcanum ein Rollenspiel und spielt somit in einer Fantasywelt, die mit bekannten Welten wie AD&D und DSA vergleichbar ist.

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Nun, doch vielleicht nicht so ganz vergleichbar, denn in Arcanum hält der Fortschritt Einzug. Die Welt hat sich weiterentwickelt und technische Neuerungen sind an der Tagesordnung. Leider stört dies empfindlich die bisher herrschende Ordnung, denn die Magie und die Technik vertragen sich nicht sonderlich. Wirken beide an einem Ort, kommt es meist zu verheerenden Katastrophen. Und genau in diese Welt stolpert unser Held. Eigentlich war er nur auf einem Zeppelinflug, als dieser von Orks in Miniflugzeugen angegriffen wird. Als einziger überlebt unser Held den Absturz. In den Trümmern finden wir einen alten Mann, der uns einen Ring und etliche wirre Sachen von sich gibt. Wir sollen den Ring zu einem Knaben bringen. Kaum haben wir den Ring genommen, fangen die Probleme an. Wie wir versuchen unsere Aufgabe zu erfüllen bleibt uns selbst überlassen. So können wir auf der einen Seite auf die etwas unberechenbare, aber starke Magie setzen, wir können uns aber auch der Technologie zuwenden. Egal für welche Seite wir uns entscheiden, viel zu tun gibt es immer. Hardcore-Rollenspieler können so ziemlich alles selbst einstellen. Auch die Entwicklung des eigenen Charakters steht völlig frei. Anfänger werden mit dieser Freiheit allerdings komplett überfordert. Für sie gibt es verschiedene Skripts. Dann übernimmt nämlich der Computer die gesamte Verteilung der Fertigkeitspunkte. Insgesamt gibt es im Spiel 80 Zauber und 56 technologische Diplome zu erlernen. Natürlich kann es kein Charakter schaffen, alles zu können. Rechtzeitige Spezialisierungen sind hier Pflicht.
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Einem weiteren Aspekt kommt große Bedeutung bei. Es handelt sich hierbei um die Frage der Gesinnung, denn es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, wie Aufgaben gelöst werden können. Hier kommt der Spieler sehr schnell in Bedrängnis, denn es ist nicht immer klar, was gut und was böse ist. Ein Beispiel? Der Besitzer eines Ladens für magisches Zubehör ist am Verzweifeln, da in der Nähe eine Dampfmaschine aufgestellt wurde. Seine magischen Artikel funktionieren nicht mehr. Er bittet uns, diese Maschine zu zerstören. Leider wird die Maschine bewacht und ist eigentlich Eigentum der Stadt. Was nun? Soll der Ladenbesitzer pleite gehen? Soll ich es mir lieber mit der Stadt verderben? Soll ich erst die Maschine zerstören, mir meine Belohnung abholen und dann für die Stadt arbeiten, die Maschine reparieren und wieder ein Entgelt abzocken? Wie gesagt, einfach ist es nicht.

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Neben der bereits erwähnten etwas altersschwachen Grafik gibt es im technischen Bereich keine Mängel. Die Hintergrundmusik klingt recht nett und paßt sich den Situationen an. Einige Texte werden gesprochen, die meisten jedoch als Text über der Person dargestellt. Die verwendeten Stimmen klingen angenehm und stören nicht die Stimmung, wie beispielsweise in Baldurs Gate 1. Auch die Steuerung funktioniert wunderbar. Die Designer haben sich hier sehr viel Mühe gegeben und eigentlich an alles gedacht, was ein Rollenspieler brauchen kann. So gibt es Felder für einen schnellen Zugriff auf Objekte, Änderungen im automatischen Questbuch werden angezeigt und selbst Inventaränderungen verpaßt man nicht. Selbst das Inventar kann man auf Knopfdruck ordnen lassen. Das ganze Spiel läßt sich per Maus steuern und geht nach einigen Minuten recht leicht von der Hand. Auch die Kämpfe wurden einfach aber zweckmäßig umgesetzt. Der Spieler hat je nach Wille die Wahl zwischen Echtzeit und rundenbasierendem Kampf. Beide Versionen funktionieren gut, auch wenn die Kämpfe im Rundenmodus um einiges einfacher sind. Wie bereits oben erwähnt spricht Arcanum in erster Linie Profirollenspieler an. Auch Gelegenheitszauberer können ruhigen Gewissens zugreifen. Absoluten Anfängern ist das Spiel allerdings nicht zu empfehlen. Zu schnell verliert man als Neuling die Übersicht. Doch genau diese Fülle von Ereignissen ist es, was den Rollenspieler freut. Viele Möglichkeiten seinen Charakter zu entwickeln, viele Nebenquests und Gegner, Ausrüstungsgegenstände aller Art und viele NPC’s zum Ansprechen. Rollenspieler was willst du mehr? Ein weiteres großes Lob betrifft die Anleitung zum Spiel. In letzter Zeit wurde des öfteren gerade am Begleitmaterial gespart. Nicht so bei Arcanum. Den Spieler erwarten ein knapp 200 Seiten starkes Handbuch, in dem alle wichtigen Funktionen erklärt werden und eine aufklappbare Karte. Überhaupt ist das Handbuch sehr schön gestaltet und liest sich sehr gut. Als letzter Punkt soll noch der Welt Editor erwähnt werden, mit dessen Hilfe relativ einfach eigene neue Geschichten erschaffen werden können. So bleibt den Helden, die das Spiel bewältigt haben noch genug Zeit um weiter zu kämpfen.

Fazit

Insgesamt ist Arcanum also ein prächtiges Rollenspiel. Es ist sehr komplex und geht viele neue Wege. Die Steuerung ist gut durchdacht und die Anleitung zählt zu den besten der letzten Zeit. Anfänger sollten sich jedoch zurückhalten und mit einfacherer Kost beginnen. Hätte Troika die Grafik noch auf einen neueren Stand gebracht, wäre Arcanum ein Topspiel. Da Rollenspieler aber seit jeher mehr mit der Phantasie als mit der Grafik arbeiten, können sie ruhigen Gewissens zugreifen.

Systemanforderungen & Support

Ja

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 600 Mhz, 256 MB RAM, 3D-Karte, 1,2 GB Festplattenspeicher Voraussetzungen: Rechner mit 350 Mhz, 64 MB RAM, Windows 95/98, 1,2 GB Festplattenspeicher