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Review · Adventure

Der verborgene Kontinent

Ja, gibt es das wirklich noch? Ein Adventure!! Nein, nicht was Du lieber Leser jetzt denkst. Keins dieser modernen, mit Actionsequenzen vollgestopften Retortenbabys. Nein, ein echtes klassisches Point & Klick Adventure. Gibt’s nicht? Doch, gibt’s…

Titelbild zu Der verborgene Kontinent
Ja, gibt es das wirklich noch? Ein Adventure!! Nein, nicht was Du lieber Leser jetzt denkst. Keins dieser modernen, mit Actionsequenzen vollgestopften Retortenbabys. Nein, ein echtes klassisches Point & Klick Adventure. Gibt’s nicht? Doch, gibt’s schon! Lohnt sich’s? Abwarten!

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Worum geht’s bei „Der verborgene Kontinent“? Das ist schnell gesagt. Ariane, eine Journalistin stürzt mit ihrem Hubschrauber ab und findet sich plötzlich auf einer verborgenen Welt wieder. Da das Rettungsteam erst in einigen Tagen vorbeischauen kann, bleibt unsere Heldin erst einmal vor Ort und erkundet die nähere Umgebung. Einzige Verbindung zur Außenwelt ist Arianes Laptop, über den sie hin und wieder Emails erhält und Nachrichten aus der bekannten Welt hören kann. Um es gleich vorweg zu nehmen: Warum der Laptop mehrere Kilometer unter der Erde noch Internetansschluss hat, wird nicht geklärt und wird somit immer ein Geheimnis der Entwickler und ein Logikfehler bleiben – bei weitem nicht der letzte.
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Wie gesagt, „Der verborgene Kontinent“ ist ein klassisches Point & Klick Adventure und muß somit Konkurrenten wie Monkey Island, Simon the Sorcerer und Baphomeths Fluch Paroli bieten. Das Spielprinzip dreht sich also in erster Linie darum, viele Gegenstände aufzusammeln und diese an den entsprechenden Stellen richtig einzusetzen. Klingt an sich recht spannend und hat ja auch in vielen anderen Programmen dieser Art gut funktioniert. Leider leistet sich „Der verborgene Kontinent“ hier gleich mehrere Designschnitzer. Anders als in anderen Programmen ist es nämlich im vorliegenden Programm nicht möglich, Objekte zu untersuchen. An einigen Stellen des Bildes erscheint zwar eine Hand, die auf einen besonderen Gegenstand hinweist, mehr aber nicht. Was das für ein Gegenstand ist, was man damit machen kann oder sonst ein Hinweise bekommt man nur sehr spärlich über die Anzeige im Inventar. Gerade dies ist aber ein wichtiger Punkt, denn er würde oft helfen Rätsel zu lösen. Dies soll an einem Beispiel verdeutlicht werden. Gleich zu Beginn hat Ariane den Auftrag, einen Kristall zu besorgen. Das gute Stück ist auch schnell geortet. Natürlich läßt er sich nicht so einfach entfernen. Also bastelt man sich flugs einen Meißel womit es aber auch nicht besser geht. Erst wenn man sich Handschuhe anzieht, klappt das ganze. Leider erhält man während des gesamten Spiels keinerlei Hinweis darauf. Guybrush Threepwood hätte an dieser Stelle etwas gesagt wie „Nein, ich mache mir meine Hände nicht schmutzig“ und hätte somit einen Tip gegeben. Ariane hüllt sich in Schweigen und der Spieler hat keine Ahnung, was er vergessen hat, zumal es nicht unbedingt logisch ist, das man zum Entfernen eines Kristalls Handschuhe braucht.

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Ein weiterer Kritikpunkt ist das Finden von Gegenständen an sich. In Adventuren ist es in der Regel üblich, das man alle Gegenstände einsammeln kann, um diese zu benutzen. Bei „Der verlorene Kontinent“ ist dies anders. Hier können einige Gegenstände erst genommen werden, wenn man sie wirklich braucht. Auch hier ein kurzes Beispiel. Ariane soll den gefundenen Kristall polieren. Ist auch kein Problem, denn dafür gibt es eine Maschine. In diese Maschine muß Sand gefüllt werden, der aber erst genommen werden kann, wenn man erfolglos versucht hat, den Kristall so zu polieren. Spieler, die also vorher Sand nehmen wollten, konnten dies nicht, da der Sand nicht anwählbar war. Benutzerfreundlich ist dies nicht unbedingt, denn es führt dazu, das man nach einem gelösten Rätsel alle Bilder abklappert und schaut, ob jetzt vielleicht irgendwo ein Gegenstand genommen werden kann. Da diese zudem teilweise noch recht klein ausfallen, bleibt ein regelmäßiges Abfahren des Bildschirms mit der Maus nicht aus.
Wenden wir uns nun aber der technischen Seite zu. Das Programm macht optisch einen sehr guten Eindruck. Die Animationen sind sehr nett und auch die Zwischensequenzen treten durchaus positiv ins Licht. Einziger, bereits erwähnter Kritikpunkt sind die kleinen Objekte. Auch die Personen wirken sehr skurril und machen Lust auf mehr. Andere Ort, wie die Hängebrücke wirken sehr bedrohlich. Optisch wird also viel geboten, so das kaum Wünsche übrigbleiben. Ähnlich verhält es sich mit der Akustik. Auch diese ist gut umgesetzt. Die Stimmen klingen klar und deutlich aus den Boxen, die Musik wird nie aufdringlich und paßt sich der Umgebung etwas an. Wie bereits erwähnt wäre es allerdings schön gewesen, wenn Ariane etwas mehr mit dem Spieler kommuniziert hätte. Da sich Ariane fast nur in ihrer Welt bewegt, bleibt die Identifikation mit der Spielfigur etwas aus.

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Die Steuerung funktioniert, wie bei den meisten Spielen dieser Art, problemlos. Ein Klick genügt und unsere Heldin bewegt sich zu diesem Ort, ein Doppelklick läßt sie rennen. Objekte können über ein Inventar angewählt und kombiniert werden. Rätsel löst man durch das Kombinieren von Gegenständen aus dem Inventar mit der Umgebung oder durch Extrabilder, in denen das Rätsel dargestellt wird. Die Qualität der Rätsel ist sehr verschieden. Von sehr einfach bis zu sehr schwer ist alles vorhanden. Anfänger dürften allerdings durch die fehlende Hilfe der Spielfigur etwas überfordert sein. Der abschließende Blick ins Handbuch zeigt ein übersichtliches Werk, in dem alle Grundfunktionen gut erläutert werden. Anfänger finden hier auch die Lösung der ersten Rätsel, werden allerdings recht schnell allein gelassen.

Fazit

„Der verborgene Kontinent“ ist ein optischer Leckerbissen. Die Welt ist voll von Geheimnissen und Rätseln. Leider vermiesen einige Fehlgriffe im Spieldesign höhere Wertungen. Spieler mit Adventureerfahrung können trotzdem einen Blick riskieren. Anfänger sind zu sehr auf sich allein gestellt und sollten zu anderen Alternativen greifen.