Dämonen machen es einem nicht leicht. Da prügelt man Andariel zurück in die Hölle, jagt Duriel aus seiner Höhle, schaltet Mephisto das Lebenslicht aus und versohlt Diablo den Dämonenhintern. Kaum lehnt man sich dann zur Ruhe zurück und will die…
Dämonen machen es einem nicht leicht. Da prügelt man Andariel zurück in die Hölle, jagt Duriel aus seiner Höhle, schaltet Mephisto das Lebenslicht aus und versohlt Diablo den Dämonenhintern. Kaum lehnt man sich dann zur Ruhe zurück und will die Lorbeeren seiner Arbeit genieße, taucht Baal auf und macht Ärger im Barbarenland. Also schnürt man seine Dämonenlederstiefelchen und macht sich auf den Weg, um nun auch diesem Schurken auf die Pelle zu rücken.
Willkommen im Addon zu Diablo 2. Lange und sehnsüchtig würde es erwarte, nun ist es da und bringt so viele Neuerungen mit, wie kaum ein Addon in der gesamten Spielegeschichte. Doch fangen wir beim Anfang an, sprich bei der Grafik. In diesem Bereich hat sich eigentlich am wenigsten getan. Immerhin ist es jetzt endlich möglich, das Spiel auch in einer Auflösung von 600x800 zu spielen. Dies ermöglicht dem Geisterjäger einen wesentlich größeren Überblick über das Spielgeschehen. So werden einige Distanzkämpfe, unter anderem gegen Diablo selbst um einiges erleichtert. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, die Übersichtskarte auch in einer kleineren Version in verschiedenen Ecken des Spielfeldes einzublenden. So bleibt die Sicht auf das Spielgeschehen ungetrübt und man kann die wunderschönen Effekte und die neuen Landschaften viel besser sehen. Welche neuen Landschaften? Blizzard spendiert mit dem Addon einen fünften Akt, welcher uns in die eisigen Berge der Barbaren führt. Dort ist Baal entlang gezogen und will nun auf dem heiligen Berg das Werk vollenden. Die Barbaren bitten uns um Hilfe und schon sind wir mittendrin. Der fünfte Akt schließt sich nahtlos an die bisherige Geschichte an und kommt nicht mit alten Grafikobjekten einher. Die Landschaften wurden sehr schon gestaltet. So finden wir Katapulte, alte Burganlagen, eisige Tunnel und viele viele neue Monster.
Damit nicht nur die Bösewichte Verstärkung bekommen, wurden den Spielern auch zwei neue Helden spendiert. Zum einen handelt es sich hierbei um den Druiden, einen Naturburschen, der Wölfe, Bären und anderes Getier beschwört und die Assassine, eine Art weiblicher Ninja, die mit krallenbewehrten Händen und Fallen ihre Gegner ins Jenseits schickt. Beide Charakter sind von den bisherigen verschieden, und fordern selbst alteingesessene Spieler heraus. Beide Helden bekamen natürlich auch ein eigenes akustisches Set stehen so sehr selbständig in der Heldenrige. Doch dies ist an Neuerungen nicht genug. Zu den bisherigen Unique Items, also Gegenständen, die nur einmal im Spiel auftauchen, wurden etliche neue eingebaut. Auch die sehr beliebten Sets wurden um einige sehr mächtige neue Sets erweitern. Auch ist positiv zu vermerken, daß die bisherigen Sets überarbeitet wurden und der Träger nun auch schon einen Bonus erhält, wenn er zwei oder drei Teile eines Sets trägt.
Weiterhin neu sind auch charakterspezifische Gegenstände. Diese können nur von einer Charakterklasse benutzt werden und bieten spezielle Boni. So gibt es beispielsweise für den Druiden verschiedene Tierköpfe, die Zauberin erhält magische Kugeln und der Totenbeschwörer Schrumpfköpfe aller Art. Doch damit nicht genug. Auch an anderen Extras wurde nicht gespart. So gibt es nun neben den Edelsteinen auch Juwelen und Runen. Mit den Runen hat es etwas ganz besonders auf sich. Zum einen können sie wie Edelsteine in gesockelte Gegenstände eingefügt werden, zum anderen können mit ihnen mächtige Runenworte gebildet werden, die einen Gegenstand besonders stark machen. Anfangs war es leider nur im Battlenet möglich, alle Runenworte zu gebrauchen. Mit dem Patch 1.09 ist es nun auch Solospielern gestattet, diese Wörter zu benutzen. Das es natürlich neue Rezepte für den Horadrimwürfel gibt, versteht sich schon fast von selbst. Eine Art Rezept bedarf besonderer Beachtung. Es handelt sich hierbei um die sogenannten Craftet Items, oder geschmiedete Gegenstände. Es ist also nun möglich, eigene Gegenstände herzustellen. Diese erkennt man an den orangefarbenen Namen. Einige Punkte sind zwar auch hier dem Zufall überlassen, aber ungefähr weiß man, was dabei rauskommt.
Bei so vielen Neuerungen sollte nicht vergessen werden, daß auch der Platz in der Schatztruhe verdoppelt wurde. Der Platz reicht zwar immer noch nicht lange, aber zumindest kann man nun ein paar Gegenstände mehr lagern. Leider ist das Heldeninventar gleich groß geblieben. Die ständige Rückkehr ins Lager ist also immer noch nötig. Trotzdem hat auch das Charaktermanagment ein ganz neues Feature. So kann man nun auf Tastendruck zwischen zwei Waffensets hin und her schalten. Besonders eignet sich dies für Kämpfer, die erst mit Fernwaffen angreifen und dann zum Nahkampf übergehen. Was früher mit langer Fummelei verbunden war, geht nun sehr schnell von der Hand. Doch noch immer ist es nicht genug mit den Neuerungen. Auch bei den Söldnern hat sich etwas getan. Früher galten diese eher als Einstiegshilfen oder als lebendiger Schutzschild. Diese Zeiten sind vorbei, denn nun ist es möglich, den Söldner mit Waffen und Rüstung auszustaffieren. So werden diese Helden treue Begleiter und erleichtern viele Level um etliches. Ja, es ist sogar möglich, die Helden durch alle Akte mitzunehmen. Bei den ganzen Neuerungen sollten allerdings auch ein paar Wermutstropfen nicht vergessen werden. So ist es beispielsweise nicht möglich, sofort im fünften Akt zu starten. Erst nachdem man Diablo besiegt hat, wird der Zugang freigeschaltet. Eine zweite Kritik betrifft das Handelssystem. Konnte man früher beim Glücksspiel auch Set-Gegenstände erhalten, ist dies nun endgültig vorbei. So wird es für Solospieler fast unmöglich, ein ganzes Set zusammen zu bekommen. Ein letzter Kritikpunkt betrifft den doch sehr hohen Preis des Addons. Man muß schon knapp 60 DM auf den Tresen legen, bevor man es Baal heimzahlen kann. Damit dürfte der Rekordpreis für ein Addon erreicht sein. Doch wenn man auf der anderen Seite die Leistungen sieht, die man mit diesem Programm erhält, vergißt man schnell, wieviel man bezahlt hat, denn qualitativ liegt das Addon definitiv im obersten Bereich.
Fazit
Die Jagd kann weitergehen. So viele neue Gegenstände, Helden und Gegner. Was will man eigentlich mehr? Stundenlang kann man mit den Neuerungen herum experimentieren und hat noch nicht alles gesehen. Lord of Destruction ist für alle geeignet, die der Sammelwut des Originals verfallen sind. Für Gelegenheitspieler ist es allerdings wegen des doch sehr hohen Preises eher nicht empfehlenswert, zumal die meisten Neuerungen erst im späteren Verlaufs des Spiels richtig zum tragen kommen.
Systemanforderungen & Support
Ja
Systemanforderungen
Systemangaben: Rechner mit 700 Mhz, 128 MB Ram, Windows 95,98, 600 MB Festplattenspeicher, 3D Karte
Voraussetzungen: Rechner mit 300Mhz, 64 MB Ram, Windows 95, 98, 600MB Festplattenspeicher