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Review · Action/Adventure

Law and Order

Eine Leiche im Central Park. Das ist nicht nett! Wer hat sie umgebracht? Warum lügt der Chef des Opfers? Was spielt der Hund für eine Rolle? Und warum joggt die Lady 5 Uhr morgens? Diese Fragen stehen im Raum. Und eins werden wir nicht tun: Diese…

Titelbild zu Law and Order
Eine Leiche im Central Park. Das ist nicht nett! Wer hat sie umgebracht? Warum lügt der Chef des Opfers? Was spielt der Hund für eine Rolle? Und warum joggt die Lady 5 Uhr morgens? Diese Fragen stehen im Raum. Und eins werden wir nicht tun: Diese Fragen im Test beantworten. Dafür gehen wir auf die Qualitäten des Spiels genau ein.

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Law and Order gehört zu einer Gattung Spiele, von der man lange nichts mehr gehört hat. Am besten kann man es wohl als interaktiven Krimi umschreiben. Wo es das schon einmal gab? Das werden wohl nur ganz alte Spielernaturen wissen. Erinnern wir uns zurück an eine Zeit, in der CD Laufwerke gerade die Herzen der Spieler eroberten. In diesen Zeiten erschien ein Spiel namens „Golden Gate Killer“. Wer dieses Spiel noch kennt, weiß auch, wie Law and Order in groben Zügen abläuft. Für alle, die sich an diese graue Zeit nicht mehr erinnern, sei der Spielinhalt kurz umschrieben. Das Spiel besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil (den, den die Golden Gate Spieler kennen), geht es darum, in der Rolle eines Polizisten einen Mord aufzuklären. Dazu hat man eine gewisse Anzahl Tage und Stunden Zeit. In dieser Zeit gilt es, Beweismaterial zu sammeln, Zeugen zu verhören und Sachen zu analysieren. Hat man diesen Teil erledigt, kommt ein zweiter (der wirklich neu ist). In der Rolle einer Anwältin versucht man nun, vor Gericht einen Prozeß zu führen und so den Mörder hinter schwedische Gardinen zu bringen. Ob das klappt, hängt von der Ermittlung ab, die man im Vorfeld geleistet hat. Wem das bekannt vor kommt, der hat sicher irgendwo im Fernsehen die Sendung „Die Aufrechten“ gesehen, denn das Spiel basiert auf dieser Fernsehserie.

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Bevor wir auf die inhaltlichen Qualitäten zu sprechen kommen, ein kleiner Ausblick in den technischen Bereich. Optisch präsentiert sich das Spiel in drehbaren 360 Grad Bildern. Mittels Cursor kann man wichtige Bereiche anklicken, die dann vergrößert werden. Ähnlich laufen Dialoge ab. Man sieht den Gesprächspartner und kann aus einer Liste verschiedene Sätze auswählen. Insgesamt wirkt die Grafik wie eine Fernsehserie aus den 80ern. Etwas blaß und verwaschen. Da auch die Figuren eher den Charme der 80er verströmen, wird dieses grafische Manko etwas relativiert. Leider übersieht man durch diesen Grafikstil schnell wichtige Details. Insgesamt kann man die Optik also eher als nostalgisch beschreiben. Ähnliches finden wir beim Sound. Solide gemacht, aber weit weg von aktuellen technischen Entwicklungen. Auch scheint die deutsche Sprachausgabe in Amerika gemacht worden zu sein, denn viele der Sprecher haben einen deutlichen Akzent. Dies stört zwar nicht weiter, entlockt aber dem deutschen Zuschauer ab und an ein Schmunzeln. Glücklicherweise sind keine größeren Übersetzungsfehler aufgetreten. Einziger Kritikpunkt sind einige Sätze, die einfach zu schnell gesprochen werden. Gerade während der Gerichtsverhandlung kann man teilweise gar nicht so schnell widersprechen, wie der Anwalt den Text herunterrattert. Insgesamt also eine solide Arbeit ohne Highlights.
Ähnlich verhält es sich mit der Steuerung. Diese ist zweckmäßig und simpel. Mittels Klick kann man Gegenstände untersuchen, per Drag & Drop zur Untersuchung schicken. In Gesprächen klickt man einfach den Satz an, den man haben will. Leider gibt es nur einen Punkt, an dem Gegenstände miteinander kombiniert werden müssen. Dieser Bereich hätte auf jeden Fall ausgebaut werden können. Gerade Adventurefans wollen mehr spielerische Freiheit. Andererseits würde ein kombinierbares Inventar auch den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Dieser ist insgesamt relativ hoch, was an zwei Faktoren liegt. Zum einen sind einige Gegenstände so klein, das man sie übersieht, andererseits fehlen dem deutschen Spieler Einblicke in das amerikanische Gerichtssystem, was die Verhandlung erschwert. Zwar gibt es eine kurze Anleitung über Regeln im Gericht, doch braucht man hier etwas mehr Einarbeitungszeit. Da man aber nur einen Fall bearbeitet, kann man sich nicht an diese Art der Arbeit gewöhnen.

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Ein weiterer Kritikpunkt ist die Handlung des Spiels an sich. Da man nur einen Fall bearbeiten muß, ist das Spiel recht schnell beendet. Eine Polizei/Anwaltskarriere, die mit einem kleinen Fall beginnt und sich dann langsam bis hin zu einem Mord steigert, hätte vielen Spielern sicher besser gefallen. So bleibt aber nur ein Fall, den man unter Zeitdruck lösen muß. Viele Spieler werden das allerdings nicht beim ersten Versuch schaffen. So wird Law and Order leider zum Try&Error Spiel. Man sammelt im ersten Spiel alle Gegenstände ein und prüft sie. Man merkt sich was wichtig war und sammelt im zweiten Versuch nur diese ein. So ackert man sich langsam durch das Spiel, erlebt zwar jede Szene zweimal, kommt aber voran. Grund für diese Vorgehensweise ist das Zeitlimit. Sicher war es den Programmieren wichtig, das man das Spiel nicht sofort durchspielt, aber das Zeitlimit führt genau zu der oben beschriebenen Spielweise. Gerade Adventurefans wollen in Ruhe ermitteln und nicht immer eine tickende Uhr im Hintergrund haben. Für einen Nachfolger wären also mehrere Fälle und kein Zeitlimit wünschenswert.
Das soll aber nicht heißen, das Law and Order ein schlechtes Spiel ist. So ist der Fall, den es aufzuklären gilt logisch aufgebaut und durchweg spannend. Alle wichtigen Punkte der Gespräche werden notiert, so daß man sich jederzeit ein Bild von der Gesamtsituation machen kann. Die Personen sind durchweg glaubhaft dargestellt und die Gerichtsverhandlungen zeigen deutlich, dass Recht nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat. Das Handbuch lag unserer Testversion leider nicht bei, so dass es an dieser Stelle nicht bewertet werden kann, der Kaufversion liegt zusätzlich sogar noch der Lösungsweg bei.

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Ein letzter Kritikpunkt darf nicht unerwähnt bleiben. Law and Order neigt zu Abstürzen. Das bedeutet im Klartext, das einige Bilder einfrieren und die Option, sie zu verlassen nicht angewählt werden kann. Ganz besonders ärgerlich ist dies nach längeren Spielphasen ohne Speichern oder nach anstrengenden Gerichtsverhandlungen. Erschwerend kommt hinzu, das das Programm nicht einmal im Taskmanager erscheint und somit ein Neustart des Rechners unvermeidlich ist.

Fazit

Law and Order ist ein Krimi zum Mitspielen. Er verlangt dem Spieler viel ab: Kombinationsgabe, Verhandlungsgeschick und blanke Nerven. Leider hat das Spiel einige Schwächen, die den Vorstoß in höhere Wertungen verweigern. Krimifans dürfen jedoch sofort zugreifen. Fans von „Golden Gate Killer“ dürfen Law and Order als Pflichtkauf betrachten.