Designer von Spielen sind immer auf der Suche nach unverbrauchten Szenarien. Diese werden dann oft mit bekannten Elementen gemixt. Fertig ist der Superhit. Doch ist es wirklich so einfach? Throne of Darkness übernimmt viele Elemente von Diablo 2…
Designer von Spielen sind immer auf der Suche nach unverbrauchten Szenarien. Diese werden dann oft mit bekannten Elementen gemixt. Fertig ist der Superhit. Doch ist es wirklich so einfach? Throne of Darkness übernimmt viele Elemente von Diablo 2 und will einige Sachen besser machen. Ob das gelingt?
Wie bereits erwähnt, lehnt sich das Spielprinzip von Throne of Darkness an die beiden Diablo Teile an. In einem Blick auf die Designer offenbaren sich die Parallelen. Einigen der Mitarbeiter der Hersteller Click Entertainment waren schon an Diablo und dem Addon Hellfire beteiligt. Das neue Programm soll nun neue Impulse bringen und dem Spiel eine größere taktische Note geben. Angesiedelt ist das Spiel in der japanischen Mythologie. Erstaunlicherweise ist diese Thematik, bis auf die Final Fantasy Reihe, noch so gut wie nie verwendet worden. Viel Raum also um die Spieler mit Bösartigkeiten aller Art zu malträtieren. Dabei hätte alles so schön sein können. Der Shogun wachte über das Land, waren zu allen nett und freundlich und eigentlich ein Herrscher, wie man ihn sich nur wünschen kann. Auch die Bürger waren zufrieden. Mit der Zeit lies aber deren Glaube nach und somit begann das Schicksal seinen Lauf zu nehmen. Nachdem der alte Herrscher tot war, kam ein neuer, der das ganze aber nicht so richtig in den Griff bekam. Kurz und knapp: Irgendwann verbündete er sich mit den dunklen Mächten und schon ging all die Schönheit zum Teufel. Übrig blieben sieben Samurai, die die Welt retten sollten. Und an diesem Punkt kommt nun der Spieler ins Geschehen. Anders als in Diablo steuert man in Throne of Darkness nämlich nicht nur eine Figur sondern maximal vier. Die restlichen Mitstreiter warten im sogenannten Daimyo und können jederzeit gegen verletzte Figuren ausgetauscht werden. Dieses Prinzip bietet dem Spieler schon einige taktische Möglichkeiten. Da alle sieben Helden unterschiedliche Fähigkeiten haben, bleibt es dem Spieler überlassen, in welcher Konstellation er loszieht. Das restliche Spielprinzip erinnert dann wieder sehr an Diablo. Losziehen, Monster verprügeln, Gegenstände sammeln und kombinieren, Helden ausrüsten, Aufgaben lösen.
Der erste Unterschied, der ins Auge fällt ist die Grafik. Die Zwischensequenzen erinnern an alte japanische Zeichentrickfilme, die Spielgrafik selbst wirkt auch etwas veraltet. Im direkten Vergleich schneidet Diablo2 wesentlich besser ab. In den Welten von Throne of Darkness dominieren Braun und Grüntöne, die Helden sind nicht sonderlich animiert und kämpfen eher ruckartig als flüssig und auch angelegte Kleidung sieht man nur in den seltensten Fällen. Dies ist eigentlich sehr schade, denn im Inventar sehen die zahlreichen Gegenstände richtig klasse aus. Auch die verfügbaren Zauber sehen lange nicht so gut aus wie die die Exemplare des direkten Konkurrenten. Auch das ist sehr zu bedauern, da bei fast 80 Zaubersprüchen jeder Spieler etwas mehr erwartet. Das soll nicht heißen, das die Animationen schlecht aussehen, aber sie sind noch lange nicht so spektakulär wie die Effekte in anderen Spielen.
Auch akustisch haut Throne of Darkness keinen Samurai aus dem Kimono. Bis auf vereinzelte Kampfschreie ist nicht viel zu hören. Die vereinzelt zu hörenden Stimmen, die uns neue Aufträge geben klingen dann schon eher ansprechend. Bisher bietet das Programm also eher durchschnittliche Leistung, doch eins sei vorweg genommen, trotz der vielen Mängel ist Throne of Darkness ein relativ gutes Spiel.
An der Steuerung liegt das zwar auch nicht, denn diese bietet auch einige Mängel. So stehen dem Spieler eine Menge Formationen zur Verfügung, die man je nach Kampfgeschehen einsetzen kann. Die meisten Spieler werden allerdings auf dieses wirklich innovative Feature verzichten, denn in der Praxis funktioniert es leider nicht so, wie man es sich gewünscht hätte. So kann man zwar anordnen, daß die Nahkämpfer vorn und die Bogenschützen hinten stehen. Wechselt man jedoch die Richtung, ist der Bogenschütze plötzlich vorn und der Schwertkämpfer hinten. Wenn man dann noch während des Kampfes den Bogenschützen ins Daimyo schickt und einen dritten Schwerkämpfer heranordert, ist die Taktik vollkommen durcheinander. Es gibt zwar eine Taste zum Neuordnen der Formation, doch in der Hektik des Spiels verzichtet man meist gleich ganz darauf und prügelt so vor sich hin. Glücklicherweise funktioniert die künstliche Intelligenz der Mitstreiter recht gut. Da der Spieler immer nur einen Helden steuert, ist er darauf angewiesen, daß der Rest der Truppe gut mithält. Anhand von Rollen kann jedem Streiter ein Verhaltensmuster vorgegeben werden, woran diese sich glücklicherweise auch meistens halten.
Was das ganze Spiel aber herausreißt, ist die Möglichkeit, auf Knopfdruck die Charakter auszutauschen. Verletzte Kameraden wandern in den sicheren Daimyo, regenerierte kehren zurück. Auch können tote Kämpfer ganz schnell wiederbelebt werden. Dazu und auch zum Transport benötigt man das mystische Ki. Diese Energie lädt sich langsam wieder auf. Dieser Umstand führt allerdings auch zu längeren Wartezeiten. Wenn etwa sechs Kameraden tot sind und nur einer das Gefecht überlebt hat, dauert es schon mal bis zu fünf Minuten, bis alle Helden wieder fit sind. Erfreulicherweise kann man jederzeit und überall speichern und auch an diesem Punkt wieder einsteigen. Ansonsten funktioniert die Steuerung wie bei Diablo. Ein Linksklick reicht zum Angriff, ein Rechtsklick zum Zaubern.
Was um alles in der Welt ist aber nun das Besondere an Throne of Darkness? Zum einen haben wir die Handlung, die durch mehrere kleine Quests vorangetrieben wird. Insgesamt ist der Kampf gegen den bösen Shogun sehr spannend inszeniert und treibt viele Spieler wieder auf das Schlachtfeld. Ein zweiter großer Pluspunkt ist die Vielfalt der Gegenstände. Auch in Throne of Darkness kann man seine Helden nach Belieben ausrüsten. Es gibt normale, magische, gesockelt und spezielle Gegenstände, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Besonders interessant ist die Person des Schmiedes. Diesem verkauft man sämtlichen Kram, den man findet und er schmiedet uns dafür neue Sachen. Auch kann man bei ihm in die verschiedenen Sockel der Rüstungen und Waffen Gegenstände einsetzen, die man unterwegs gefunden hat. Das Angebot des Schmiedes hängt natürlich immer davon ab, was man ihm vorbei bringt. Sollte man also viele Kappa-Schildkröten um ihren Panzer erleichtert haben, wird sich wohl bald eine entsprechende Rüstung im Angebot finden. Wie schon in Diablo ist auch in Throne of Darkness das verfügbare Waffensortiment sehr groß. Die meisten Spieler werden sich anfangs zwar mit den asiatischen Waffennamen schwer tun, doch reicht ein Blick ins Handbuch, um die gröbsten Sachen über die Waffen zu erfahren. Jeder unserer Helden hat ein eigenes Inventar, das beliebig mit Gegenständen gefüllt werden kann. Die Platzprobleme von Diablo gehören so erst einmal der Vergangenheit an. Auch muß man nicht ständig zur Schmiede laufen, um sein Zeug zu verkaufen, sonder kann dies gleich bequem im Inventarschirm erledigen. Leider verwaltet jeder Held sein Geld einzeln, was die ganze Sache unnötig kompliziert macht. Insgesamt befindet man sich sehr oft auf den Inventarschirmen und versucht seine Ausrüstung neu zu ordnen. Glücklicherweise wurde mit dem Handbuch eine sehr gute Anleitung zum Spiel beigelegt. Dort erfährt man alle Hintergründe, lernt die einzelnen Charakter und kann sich langsam auf das Spiel einstimmen.
Fazit
Throne of Darkness bietet viel Licht, aber auch viel Schatten. Einige Neuerungen tun dem alten Spielprinzip gut. Es macht einfach Spaß, seine Leute immer besser auszustatten und so langsam aufzubauen. Bei Throne of Darkness gehört dieser Punkt mit zu den wichtigsten an sich. Das Spiel macht auf jeden Fall eine ganze Menge Spaß, wenn man mit den doch sehr zahlreichen Nachteilen leben kann. Fans der japanischen Mythologie sollten auf jeden Fall zugreifen. Diablo Veteranen sollten mal einen Blick riskieren. Wer allerdings schon mit Diablo nichts anfangen konnte, sollte von Throne of Darkness die Finger lassen.
Systemanforderungen
Systemangaben: Rechner mit 700 Mhz, 256 MB Ram, 1200MB Festplattenspeicher
Voraussetzungen: Rechner mit 300Mhz, 64 MB Ram, 600MB Festplattenspeicher