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Review · Action/Adventure

Tomb Raider: The Angel of Darkness

Selten wurde ein Programm so sehnsüchtig erwartet wie der sechste Teil der Tomb Raider Serie. Und selten hat ein Programm zu solch hitzigen Debatten geführt, als es dann erschienen war. Ist Tomb Raider – Angel of Darkness nun nach zwei…

Titelbild zu Tomb Raider: The Angel of Darkness
Selten wurde ein Programm so sehnsüchtig erwartet wie der sechste Teil der Tomb Raider Serie. Und selten hat ein Programm zu solch hitzigen Debatten geführt, als es dann erschienen war. Ist Tomb Raider – Angel of Darkness nun nach zwei erschienenen Patchs ein Hit oder nicht?

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Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Tomb Raider – Angel of Darkness um den sechsten Teil der Spielserie um Lara Croft, die reiche und hübsche Archäologin. Teil 1 erschien bereits 1996. Damals war Tomb Raider eins der ersten Spiele mit einer großen 3D Umgebung und einem weiblichen Hauptcharakter. Bis zum fünften Teil blieb das Spielprinzip größtenteils gleich. Meist ging es darum, durch die jeweiligen Lokalitäten wie Gräber, Städte oder Höhlen zu krabbeln, klettern, hangeln oder zu fahren. Ziel war es immer, den Levelausgang zu erreichen und eventuell noch die eine oder andere Schatztruhe zu plündern. Teil 6 sollte nun alles anders machen. Es war die Rede von Rollenspielelementen, Adventureparts und Schleichpassagen wie in Splinter Cell. Ein weiteres Problem bestand darin, dass Lara im vierten Teil der Serie offensichtlich gestorben war. Teil fünf stellte nur eine Rückerinnerung alter Freunde dar. Die Erwartungen waren also sehr hoch.
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Worum geht es nun im sechsten Teil? Leider greifen die Entwickler die Story nicht wieder auf. Wie Lara aus den Pyramiden, in denen sie starb, entkam, bleibt offen. Plötzlich ist sie in Paris und trifft ihren alten Feind Werner von Croy. Da dieser kurz darauf von seinem vorzeitigen Ableben Gebrauch macht, hat unsere gute Lara ein Problem, da sie nun des Mordes verdächtigt wird. Von Croy war auf der Spur eines Monsters, welches seit einiger Zeit in Paris sein Unwesen treibt. Da er nun direkte Bekanntschaft damit machen konnte, ist es an Lara, diese Probleme aufzuklären. Somit beginnt auch für den Spieler die Story gleich etwas hektisch, den Lara ist auf der Flucht.

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Das erste was jedem Spieler in die Augen sticht ist die neue grafische Umsetzung. Wirkten die letzten Teile noch etwas steril und kantig, sind die Level jetzt schön in die Spielumgebung integriert. Auch Lara selbst hat ein optisches Facelifting durchlaufen und wirkt sehr fraulich und nicht mehr wie eine Gummipuppe mit zu großen ..... Auch die Levelgrafiken an sich sind sehr gut gelungen. Ein Pariser Ghetto wirkt wie ein Pariser Ghetto, ein Friedhof wirkt wie ein Friedhof. Etwas befremdlich wirkt, dass in einigen Lokalitäten, wie beispielsweise dem Pariser Ghetto, keine Menschen unterwegs sind. Man trifft nur auf die handlungsrelevanten Personen, ansonsten herrscht gähnende Leere auf den Straßen. Dies ist allerdings einer der Punkte, an die man sich durchaus gewöhnen kann. Weiterhin muss erwähnt werden, dass auch die Animationen der Personen butterweich sind und recht lebensnah wirken. Einzig und allein wenn unsere Lara Treppen nach oben läuft wirkt sie eher wie Otto Walkes und nicht wie eine grazile junge Frau. Die positiven Eindrücke setzen sich auch beim akustischen Erleben fort. Da aktuelle Techniken unterstützt werden, erklingen die Stimmen und Geräusche in 3D. Optisch und akustisch wird also eine Menge geboten. Reicht das aber zum erhofften Superhit? Leider Nein!
Grund dafür ist die Steuerung, die die Entwickler trotz zweier Patchs noch immer nicht im Griff haben. Fans der Serie werden sich sicher fragen, was man nach fünf gelungenen Teilen denn nun auf einmal falsch machen kann. Hier muss man sagen: Leider einiges! Besonders störend ist die fehlende Übersicht. Man steuert Lara nach wie vor aus der Third Person Perspektive. Mittels Maus kann man sich nach rechts und links umsehen. Wenn man sich allerdings komplett umsehen will, muss man zusätzlich die „Sprinten“-Taste drücken. Dies funktioniert aber nur, wenn man stehen bleibt. Erfahrene Spieler können sich diese Situation sicher vorstellen. Oft bleibt in der Hektik keine Zeit, um einen Unterschlupf zu finden. Dies ist leider auch nur einer der Problempunkte. Ein weiterer schwieriger Punkt sind Treppen. Stößt man nämlich an eine Wand oder ein Hindernis, verliert man kurz die Kontrolle über die Person. Lara dreht dann einige Pirouetten und ist nur mit Mühe wieder in den Griff zu bekommen. Ähnliches passiert, wenn Lara einen Gegner im Visier hat und man versucht, das Mädel nun noch zu steuern. Lara behält den Gegner im Blick, eckt an Wände, dreht Pirouetten und ist irgendwann tot und der Spieler entnervt. Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren. Leider wurde an diesem Hauptkritikpunkt auch noch nichts geändert. Die anfänglichen Grafikfehler und Save-Bugs wurden mittlerweile gut behoben, die Steuerung blieb allerdings unverändert.

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Leider ist die Steuerung nicht das einzige Problem. Die hoch angepriesenen Rollenspielelemente kann man in der Praxis vergessen. Zwar wird Lara mit der Zeit stärker, doch kann der Spieler die Entwicklung selbst nicht beeinflussen. So kann man locker 20 Mal eine Wand hinaufklettern und nichts passiert. Erst wenn man eine bestimmte Aktion an einer bestimmten Stelle startet, entwickelt sich Lara weiter. Dabei ist es egal, ob man vorher trainiert oder nicht. Vielmehr wird die Rollenspielfunktion dafür benutzt, den Spieler zu bestimmten Handlungen zu zwingen, um die Geschichte voranzutreiben. Immer logisch sind diese Handlungen leider nicht. Damit sind wir auch schon beim nächsten Kritikpunkt – der Spiellogik. Computerspieler sind ja viel gewöhnt, aber einige Punkte bringen selbst erfahrene Spieler ins Grübeln. Dieser Punkt wäre aber bei einer vernünftigen Steuerung durchaus verschmerzbar.
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Wesentlich besser gelungen sind dagegen die Adventuresequenzen. Lara kann mit einigen Leuten ins Gespräch kommen. Im Gespräch kann man dann zwischen verschiedenen Antworten wählen. Die gewählten Antworten bestimmen auch den Spielverlauf minimal. Dieser Part sollte in Zukunft auf jeden Fall ausgeweitet werden. Ein Spielprinzip in Richtung Gabriel Knight 3 würde Lara sicher auch gut stehen. Weiterhin sollte auf jeden Fall noch erwähnt werden, dass man in diesem Teil von Tomb Raider nun auch endlich eine zweite Person steuern darf. Diese heißt Kurtis Trent und spielt sich leider fast genauso wie Lara. Auch dieser Punkt hätte noch um einiges aufgewertet werden können. Zwar beherrscht der gute Kurtis etwas Magie, doch geht sein Part leider etwas unter.

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Zwei weitere Kritikpunkte sollen zum Ende noch genannt sein. Zum einen kommt es schnell vor, das man die Anzeige bekommt, einen Gegenstand aufheben zu können. Tut man dies, latscht die gute Lara schnell mal durch die Wand und kommt in Teilen des Spiels heraus, die noch gar nicht zugänglich waren. Dies ist insofern ärgerlich, da es so schnell zu Handlungsüberschneidungen kommen kann. Der letzte ärgerliche Punkt sind englische Textfetzen im Handbuch, die leider nicht übersetzt wurden. Insgesamt muß man sagen, das Tomb Raider – Angel of Darkness gute Ansätze zeigt, die Programmierer aber wohl irgendwie unter Zeitdruck gestanden haben müssen. Anders sind die aufgetretenen Probleme eigentlich nicht erklärbar.

Fazit

Ich mag Lara wirklich! Ich habe beide Filme gesehen und alle Teile gespielt. Was uns Eidos aber hier vorsetzt ist in einigen Punkten einfach nur schlecht. Dabei sind wirklich gute Ansätze zu sehen. Auch wären viele Fehler sicher verschmerzbar, denn die Story von Tomb Raider ist echt faszinierend. Wenn aber selbst Profispieler an der Steuerung verzweifeln, dann vergeht auch jedem Hardcorefan irgendwann die Lust.