Ein neues Echtzeitstrategiespiel sorgt immer für Aufregung. Um welche Problematik geht es? Wie sieht es technisch aus? Ist es spannend? Solche Fragen stellen sich Unmengen von Fans jedes Mal. Neben den 3D-Shootern haben sich die…
Ein neues Echtzeitstrategiespiel sorgt immer für Aufregung. Um welche Problematik geht es? Wie sieht es technisch aus? Ist es spannend? Solche Fragen stellen sich Unmengen von Fans jedes Mal. Neben den 3D-Shootern haben sich die Echtzeitstrategiegames fest auf dem Markt etabliert. Um so umkämpfter ist natürlich die Spitzenposition. Ob World War III eine Chance hat werden wir sehen.
Der dritte Weltkrieg als Thema eines Computerspiels? Neu ist die Idee wahrlich nicht, aber momentan ist es doch ein recht heikles Gebiet, auf dem sich das neue Spiel von Jowood bewegt. Zwar geht es nach offiziellen Herstellerangaben darum, den dritten Weltkrieg zu verhindern, doch wenn man eine Weile gespielt hat, merkt man schnell, daß es zum Verhindern wohl etwas zu spät ist. Die Ölreserven sind nämlich so gut wie aufgebraucht. Um das restliche Öl streiten sich nun etliche Parteien. Auf der einen Seite sind natürlich die Amerikaner, die ohne Öl wohl ziemlich dumm dastehen würden. Auch Rußland ist natürlich sehr an den Ölresten interessiert. Wer fehlt im Bunde? Es ist der Irak, der zwar Öl hat, aber eigentlich nicht so richtig teilen will. Nun, es kommt wie es kommen muß und der Krieg beginnt. Wie jeder Leser wohl feststellen wird, ist die Problematik nicht ganz ohne. In diesem Test wollen wir uns trotzdem auf die spielerische und auf die technische Seite des Programms konzentrieren. Wem die Problematik momentan zu heiß ist, kann sich sein eigenes Urteil bilden und entsprechend Prozente in der Spielspaßwertung abziehen. Doch nun endlich der Blick auf das Spiel selbst.
World War III ist der inoffizielle Nachfolger zu Earth 2150, was einem an der Grafik auch recht schnell auffällt. Wie schon im Vorgänger erleben wir die Schlachten aus der dritten Dimension. Die Karte ist frei dreh- und zoombar, so daß man seine Einheiten ganz aus der Nähe betrachten kann. Spielerisch bringt der Zoom zwar größtenteils nichts, da man zum Spielen Übersicht braucht, eine nette Ergänzung ist er aber auf alle Fälle. Ansonsten wirkt die Grafik recht hübsch, ist aber nicht überragend. Sicher, die irakische Wüste gibt auch landschaftlich nicht so viel her, aber ganz so originalgetreu muß man dann ja auch nicht sein. Ab und an kämpft man zwar auch im Grünland, doch insgesamt wirken die Karten sehr ähnlich. Ab und an bekommt der Spieler auch mal eine Zwischensequenz zu sehen. Diese sehen sehr gut aus und motivieren den Spieler weiter zu kämpfen. Nichts bemängeln kann man an den Einheiten an sich, denn diese sind sehr schön in Szene gesetzt. Auch die Gebäude und Effekte sehen ansprechend aus und geben einem einen guten Eindruck von der Gegend.
Zu der ansprechenden, wenn auch nicht umwerfenden Optik gesellt sich ein solider Sound, der nicht überragend, aber auch nicht schlecht ist. Der Spieler wird regelmäßig per Sprachausgabe auf Vorkommnisse aufmerksam gemacht und bekommt entsprechende Hinweise zur Mission vermittelt. Gut gelungen sind die Waffen- und Kampfeffekte, die den Spieler glauben lassen, mitten im Kampfgeschehen zu sein. Im Hintergrund läuft durchgehen eine leise Musik, die allerdings beim Spielen kaum auffällt. Erst wenn man den Angriffsbefehl gibt, wird die Musik lauter und unterstützt so akustisch die Dramatik.
Damit der Angriff auch nicht nur gut klingt, sondern auch gut aussieht, ist eine gute Steuerung unerläßlich. In diesem Punkt gibt es wenig zu kritisieren. Einheiten lassen sich wie üblich in Gruppen zusammenfassen, ein Klick auf den Gegner löst den Angriffsbefehl aus und mit wenigen Aktionen wird eine neue Einheit in Auftrag gegeben. Einzig und allein die Anwahl der Fluggeräte ist ab und an etwas schwierig. Da diese weit über ihrem Standfeld schweben, weiß man ab und an nicht genau, welches Feld man anwählen muß. Solange man nur einen Flattermann anwählt, gibt es keine Probleme. Aber sobald man einen Helikopter mit einer Gruppe anwählen will, wird es ab und an schwierig. Dies ist aber auch das einzige Manko der Steuerung. Alle anderen Aktionen gehen gut von der Hand und erlauben ein schnelles Spiel.
Ob es allerdings für alle ein schnelles Spiel sein wird ist fraglich, denn der Schwierigkeitsgrad steigt mit der Zeit ziemlich an. Anfänger werden sicherlich schon in den ersten Missionen Probleme bekommen, während alte Haudegen erst gegen Ende richtig gefordert werden. Spaß wird es trotzdem beiden Lagern machen, denn die Story an sich ist zwar nicht neu, aber Spannung ist trotzdem garantiert. Glücklicherweise ist der Schwierigkeitsgrad in drei Stufen einstellbar. Doch auch im einfachsten Modus wird man mit sehr vielen und harten Feinden konfrontiert. Diese stellen sich zwar nicht immer intelligent an, sind aber auch nicht so dumm, wie man hoffen mag. So stört es beispielsweise einige Panzer des Gegners nicht, wenn man aus der Distanz die Abwehr lahmlegt. Zieht man dann jedoch freudestrahlend ein, merkt man schnell, daß die Einheiten des Gegners sich doch recht schnell formieren und gezielt angreifen. Insgesamt hinterläßt die KI also einen zwiespältigen Eindruck.
Damit nicht nur der Computer zu tun hat, wird auch die eigene I (hoffentlich ohne K) gefordert. Die Missionen sind sehr abwechslungsreich gestaltet und sorgen dafür, daß man häufig umdenken muß. Von Eskorten über Überraschungsangriffe bis zur Verteidigung der Basis reicht das Spektrum und sorgt für Abwechslung im heißen Wüstensand. Insgesamt stehen drei Kampagnen und etliche Einzelspiele zur Verfügung. Dies sollte reichen, um Hobbygeneräle eine Weile zu beschäftigen. Wen das immer noch nicht reicht, kann man sich auch noch in vielen Multiplayergefechten austoben. Besonders in den Einzelspielen und im Multiplayermodus kommt eine Funktion zum Tragen, die man sich auch in den Kampagnen gewünscht hätte. Es handelt sich um die Konstruktion eigener Fahrzeuge aus einer Art Baukasten. Dieses Element erlaubt es, die eigene Armee den persönlichen Vorstellungen anzupassen. Da in den Kampagnen sehr viel Wert auf authentisches Kriegsgerät gelegt wird, fällt diese Option dort flach.
Auffallend bei World War III ist, daß es nicht eine einzige Fußeinheit gibt. Alle verfügbaren Kampfgeräte sind Fahr- bzw. Flugzeuge. Dort ist jedoch die Auswahl sehr groß. Vom leichten Kampfpanzer bis zum extrem starken Kampfhubschrauber ist alles vorhanden. Ein weiteres Lob verdient das Programm sich mit dem guten Handbuch. Alle Spielfunktionen werden gut erklärt und die wichtigsten Einheiten vorgestellt. Zu Beginn des Spiels führt ein Tutorium in die grundlegende Steuerung ein und hilft Neulingen bei den ersten Versuchen. Wie der Krieg nun ausgeht? Nun, daß liegt nun wirklich in der Hand des Spielers.
Fazit
World War III Black Gold wird die Geister scheiden. Es handelt sich definitiv um ein Spiel, welches im Krieg spielt. Das dieser Krieg nun einen so extremen Zeitbezug hat, lag sicher nicht im Interesse der Hersteller. Trotzdem hätte hier sicher überlegt werden können, ob man die Rahmenhandlung nicht in einen anderen Kontext setzt. Das Spiel an sich ist nicht schlecht und macht über große Strecken sogar richtig Spaß. Jowood hat zwar hier das Rad nicht neu erfunden, präsentiert aber mit World War III ein Spiel, daß mit wenigen Neuerungen und sehr gut ausgearbeiteten altbewährten Funktionen einen guten Eindruck hinterläßt. Zu den Topspielen zählt World War III – Black Gold sicherlich nicht, aber in den oberen Bereichen kann man es auf jeden Fall ansiedeln.
Systemanforderungen
Systemangaben: Rechner mit 600 Mhz, 128 MB Ram, 3D Karte, 800MB Festplattenspeicher
Voraussetzungen: Rechner mit 266Mhz, 32 MB Ram, 3D Karte, 800MB Festplattenspeicher